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„Herzenslösungen“ gesucht

Die Forschung in der Regenerativen Medizin profitiert unter anderem vom größten urbanen Innovation Hub des Planeten.

Ein ganzes Herz in einer Geschenkschachtel werden Sie sobald nicht kaufen können, doch die Reparatur von geschädigten Organen soll in naher Zukunft Realität sein. Ein Gastbeitrag von Gunnar Göpel – Redakteur „Gelber Dienst“ im VINCENTZ NETWORK.

25.08.2017

Fachartikel  Sozialwirtschaft 

„Als ich meine Redaktionskolleginnen und –kollegen nach ihren spontanen Assoziationen zu Kanada befrage, nennen sie mir Landschaften, Elche, Braunbären, Eishockey und, na klar, Ahornsirup. Das ist naheliegend und nicht verwerflich. Dass in Kanada unter anderem zwei der wichtigsten medizinischen Entdeckungen des letzten Jahrhunderts gelangen, gerät immer wieder in Vergessenheit.

1922 entdeckten Frederick Banting und Charles Best an der University of Toronto Insulin; 1961 machten James Till und Ernest McCulloch mit dem Nachweis der Stammzelle von sich reden. Letztere ist eine zentrale Komponente und Hoffnungsträger der regenerativen Medizin. In deren Mittelpunkt stehen der biologische Ersatz und Austausch von geschädigtem Zellgewebe und das Anregen körpereigener Reparaturprozesse. Darüber soll es in Zukunft möglich werden, auch bisher unheilbare oder schwere Erkrankungen wie Parkinson, Querschnittlähmung, Krebs, Diabetes oder die Koronare Herzkrankheit erfolgreich zu behandeln.

Um Fortschritte erzielen zu können, brauche es Wissenschaftler, welche die Biologie verstehen, und Mediziner, welche die Krankheiten verstehen. Nicht selten spielen Bioingenieure ebenfalls mit. „MaRS bringt uns alle zusammen. Das ist hilfreich.“ Der moderne Weg der Krebsforschung sei es, das Maximum an Kollaborationen zu suchen,

Dr. Duncan Stewart, Präsident und Wissenschaftlicher Direktor des Ontario Institute for Regenerative Medicine (OIRM), schätzt, dass die Medizin sich transformieren und in einem Jahrzehnt ganz anders aufgestellt sein wird als noch heute. Er ist überzeugt, dass Krankenversicherungen die Behandlung mit sinnvollen Stammzelltherapien irgendwann erstatten werden, da diese bei langfristiger Betrachtung Geld sparen würden. Die ersten Computer seien auch extrem teuer gewesen. Als sich diese durchsetzten, seien auch die Preise gefallen. Sollten die Stammzelltherapien einen wichtigen Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben, dann könnte die Behandlung günstiger werden als sie heute ist. Entscheidend sei, so Stewart, dass Therapien der Regenerativen Medizin gut skalierbar sein müssen. Dort sei das passende Geschäftsmodell noch nicht erfunden worden. Aber gemeinsam findet sich bestimmt ein Weg.“ (vgl. Gunnar Göpel, 2017, „Herzenslösungen gesucht“ in: Der Gelbe Dienst, Ausgabe 15-16/2017, 10. August 2017, 35. Jahrgang).

Lesen Sie im Feature >> „Herzenslösungen“ gesucht << von Gunnar Göpel über viele weitere interessante Themen zur regenerativen Medizin.

Vielen Dank an Gunnar Göpel für seinen Gastbeitrag bei AKQUINET!

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Gerne können Sie unseren Experten für die Sozialwirtschaft persönlich auf der ConSozial 2017 in Nürnberg treffen. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin.

Dr. Martin Weiß freut sich ebenfalls auf einen Austausch mit Ihnen bei Twitter.